2. Welche Untersuchung müssen vor einer Konisation durchgeführt werden?

Eine Konisation, die nur aufgrund eines auffälligen zytologischen Abstrichs (PAP-Abstrich) durchgeführt wird, muss der Vergangenheit angehören. Vor jeder Konisation ist die Durchführung einer Kolposkopie und eventuell Gewebsentnahme (Biopsie) unbedingt erforderlich!

Je nach dem erhobenen Befund lässt sich die Operation planen bzw. ist in vielen Fällen auch eine Operation gar nicht notwendig. Es kann bei zervikalen intraepithelialen Neoplasien (CIN) Grad I und II ein zuwartendes Vorgehen gewählt werden. Die spontanen Heilungsraten innerhalb eines Jahres betragen bei der CIN I 60-80%, bei der CIN II 40%.

2.1 PAP IIID und PAP IV

PAP III D

Ein Krebsabstrich, der den Befund PAP III D erbringt, ist hinweisend für Zellen einer leichten bis mäßigen Dysplasie. Früher wurde ein PAP III D einfach in 3 Monaten wiederholt. Heute wird eine sofortige Kolposkopie und eventuell Gewebsabnahme empfohlen.

PAP IV

Ein PAP IV ist hinweisend für Zellen einer mäßigen bis schweren Dysplasie. Früher wurde ein PAP IV alleine als Indikation für eine Konisation angesehen. Dies ist heute nicht mehr der Fall. Es ist bei einem PAP IV auf jedem Fall vorerst eine Kolposkopie und gegebenenfalls Biopsieentnahme durchzuführen. Erst nach feingeweblicher (histologischer) Bestätigung eines PAP IV ist eine Operation im Sinne einer Konisation durchzuführen. Es darf keine Konisation ohne präoperative Kolposkopie und Biopsieentnahme mehr geben.

2.2. CIN

CIN I

CIN I ist die Abkürzung für zervikale intraepitheliale Neoplasie und bezeichnet „Krebs“ im Vorstadium. CIN I ist die mildeste Vorstufe eines Gebärmutterhalskrebses, die sich in ungefähr 70-80% von selbst wieder zurückbildet.

CIN II

CIN II ist die mittlere Stufe von Zellveränderungen. Die Rückbildungstendenz beträgt innerhalb von 2 Jahren 40-50%. Bei einer CIN II kann für ein Jahr zugewartet werden, ob spontan ein Verschwinden der Erkrankung eintritt.

CIN III

CIN III ist die am weitest fortgeschrittene Vorstufe. Die Rückbildungstendenz ist bei der CIN III wesentlich geringer. Beim Vorliegen einer CIN III wird eine Konisation empfohlen.

2.3 HPV-Test

HPV ist die Abkürzung für humanes Papillomavirus. Die Durchführung eines HPV-Tests ist bei Vorliegen eines PAP III bzw. einer CIN I sinnvoll. Damit kann besser abgeschätzt werden, ob eine höhergradige Dysplasie vorliegt bzw. die Rückbildungstendenz einer CIN I besser beurteilt werden. Weiters ist der Einsatz des HPV-Tests nach einer durchgeführten Konisation sinnvoll. Dieser wird ungefähr 4-6 Monate nach einer Konisation durchgeführt. Falls keine HPV-Infektion nach der Konisation vorliegt, kann davon ausgegangen werden, dass die betroffene Patientin kein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer neuerlichen Dysplasie hat. Sollte jedoch ein positiver HPV-Befund vorliegen, sollten die ersten 2 Jahre nach der Konisation regelmäßige Abstrichskontrollen in 6monatigen Abständen durchgeführt werden.

2.4 Wie kann man sich vor einer HPV-Infektion schützen?

Die einzige Möglichkeit, sich vor einer HPV-Infektion zu schützen, ist die Verwendung eines Kondoms. Auch dieses bietet keinen 100%igen Schutz. Zumindest 80% aller Menschen machen einmal in ihrem Leben eine HPV-Infektion durch. Erst wenn der Virus vom Körper nicht eliminiert werden kann, besitzt die betroffene Frau ein erhöhtes Risiko, eine Zervixdysplasie zu entwickeln. Der Partner der Patientin kann sich auf sexuellem Wege anstecken. Es sind auch sog. Pingpong-Infektionen möglich, d.h. die Frau steckt den Mann an und wieder umgekehrt. Dies ist wie gesagt nur mit der Verwendung eines Kondoms großteils zu verhindern.

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Weitere Informationen finden Sie auch unter www.krebsabstrich.at!